Adieu, Paris

So, nun ist es offiziell: meine Zeit in Paris endet. Mein Vertrag kann leider nur für zwei Jahre über den 14. Oktober hinaus verlängert werden, und das ist mir zu lange. Ein paar Monate mehr gehen leider nicht. Das ist sehr schade, denn nun beginnt meine Arbeit endlich Früchte zu tragen, die Experimente, die ich seit 1,5 Jahren machen wollte, können endlich durchgeführt werden. Leider habe ich also von meinen Anstrengungen nichts, ich werde kein Erstautorenpaper aus meiner Postdoczeit mitnehmen können.

Ich werde das Institut Pasteur wirklich vermissen. Nicht nur, dass ich dort tolle Menschen getroffen habe, es ist auch ein wunderbarer Ort, um zu forschen. Fast jedes nur erdenkliche Gerät, fast jede Chemikalie, jedes Reagens und jegliches Fachwissen existiert auf dem Campus. Meist reicht es, einfach zu fragen, ob man es benutzen darf / ausleihen kann / diskutieren dürfte. Natürlich werde ich meine Freunde und Bekannte vermissen, die ich hier gewonnen habe. Ich werde dem Louvre und Notre Dame nachtrauern, genau wie der Möglichkeit, bei gutem Wetter ein Picknick am Eiffelturm zu machen. Das Essen … davon muss man gar nicht reden, unsere Kantine ist ein Traum. Das rotierende Licht des Eiffelturms am nächtlichen Himmel.

Paris selbst hingegen werde ich nicht vermissen. Das ist auch einer de Hauptgründe, warum ich meinen Vertrag nicht verlängern möchte. Ich bin in dieser Stadt einfach nicht so glücklich, wie ich es sein könnte — ständig ist es laut, überall sind viel zu viele Menschen, in der Metro fühlt man sich wie ein Hering unter stinkenden Artgenossen, überall liegt Dreck herum (außer an den Sehenswürdigkeiten), die Leute sind in einigen Belangen einfach seltsam anders, nirgendwo gibt es ein Fleckchen unberührte Natur, nie wird es richtig dunkel, alles ist schrecklich teuer, man hat (vor allem Dank der Miete) fast nichts von seinem Gehalt, … manchmal sitze ich einfach hier und fühle mich schrecklich einsam und unwohl. Ich habe acht Jahre studiert und wohne in einer Einzimmerwohnung, die über die Hälfte meines Gehalts kostet, kann nichts auf die Seite legen und mich hier nicht richtig entspannen. Mein Forschungsthema ist zwar wirklich interessant, aber es dauert wahrhaftig Jahre, um ein Stück voran zu kommen. Ich glaube, dass ich meine Fähigkeiten woanders besser einsetzen und damit viel glücklicher sein kann.

Also suche ich jetzt nach einer neuen Stelle. Möglichst in Bodenseenähe, denn wie man sich sicherlich vorstellen kann, ist die Entfernung zu Tobi auch einer der Hauptgründe, aus denen ich keine weiteren zwei Jahre bleiben möchte. Falls also jemand etwas weiß, freue ich mich sehr über eine Nachricht.

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