Versailles

Versailles ist nicht weit von Paris entfernt, dennoch habe ich es immer noch nicht geschafft, die Gärten dort zu besuchen. Im Schloss selbst war ich natürlich schon, und ich habe fleißig fotografiert, wie ihr der Flickr-Galerie unten entnehmen könnt. Ich möchte euch hier ein bisschen davon erzählen.

Mit dem Zug ist man recht schnell von Paris in Versailles. Es gibt zwei Möglichkeiten:

  • Man besteigt einen Zug am Bahnhof Montparnasse (praktischerweise der von meiner Wohnung aus am nächsten liegende) in Richtung Versailles-Chantiers und kommt dort 33 min später an, muss aber noch ein kleines Stückchen zum Schloss laufen.
  • Man nimmt eine RER C irgendwo in Paris (also z.B. Châtelet-Les Halles, Invalides, Tour Eiffel oder sowas) und kommt 37 min später am Bahnhof Versailles-Rive Gauche an. Das ist fast direkt am Schloss.

Hier eine kleine Übersichtskarte:

Versailles auf einer größeren Karte anzeigen

Wenn man aufs Schloss zuläuft, ist man auf den allerersten Blick ein klein wenig enttäuscht, finde ich: ein Gebäude, weitläufig, aber nicht überwältigend groß, umgeben von Straßen mit Autos, Bussen und Motorrädern. Doch je näher man kommt, desto mehr Details erkennt man, die einen staunen lassen: das Gitter, das den Schlosshof absperrt (die Eintrittskarten gibt es links davon, wo auch der allgemeine Zugang ist, es ist aber zu empfehlen, sie bereits in Paris zu kaufen), die Reliefs und Statuen, die in und auf den Mauern angebracht sind, der Blick auf das Gebäude, wenn man direkt davor steht. Und betritt man das Schloss, ist man von der verschwenderischen Pracht nach einer Weile fast geblendet. Bevor ich dazu komme, noch ein Hinweis: es gibt kostenlose Audioguides, nachdem man das Schloss betritt. Man stellt sich hierfür einfach in die Audioguide-Schlange und nennt dem Ausgebenden die gewünschte Sprache („allemand“ oder „German“ bringt hier eventuell mehr als „Deutsch“), so dass diese eingestellt wird. Im Schloss verteilt findet man immer wieder Schildchen mit Nummern, die, nach Eingabe ins Gerät, einen entsprechenden Text abspielen, der das betrachtete Kunstwerk bzw. den aktuellen Raum beschreibt.

Man beginnt also seinen Rundgang. Allzu viel kann und will ich dazu gar nicht sagen, denn das sollte man einfach selbst gesehen haben, doch ein paar Anmerkungen kann ich mir nicht verkneifen.
Was mich immer wieder beeindruckt sind die detaillierten und außerordentlich kunstvollen Deckenmalereien, die praktisch jeden Raum verzieren. Man kann gar nicht alles fotografieren, so viel gibt es zu sehen!
Des Weiteren fielen mir immer wieder wundervolle Steinplatten an den Wänden auf, verschiedenster Marmor (vermute ich, ich bin kein Geologe), von dem ich mich ernstlich frage, woher sie den wohl importiert hatten. Oft sind auch völlig verschieden aussehende Marmorstücke nebeneinander angeordnet, was die Pracht dieser Steine nur noch verstärkt.
Ein anderes Detail, das mir auffiel: alle Zimmer des Schlosses sind nacheinander angeordnet. Keiner der Bewohner scheint auch nur ein bisschen Privatsphäre gehabt zu haben, denn wollte man in irgendein anderes Zimmer gelangen, musste man zwangsläufig durch alle anderen Räume laufen — es sei denn, hinter den Wänden existieren noch weitere Gänge, die z.B. Diener benutzten.
Die Spiegelgalerie ist unfassbar. Was für eine Pracht da selbst jeder schlichte, nein, jeder einfache, nein … jeder Kerzenhalter ausstrahlt! Weder schlicht noch einfach sind passende Worte, um diese metallenen Kunstwerke zu beschreiben. Alles dort ist pure Pracht. Ich glaube, ich würde mich nicht wohlfühlen, weil ich Angst hätte, irgendwas kaputtzumachen oder auch nur Fingerabdrücke auf irgendwas zu hinterlassen.
Am Ende des Rundgangs besucht man die Gemäldegalerie. Ich habe noch niemals so riesige Gemälde gesehen, selbst im Louvre haben sie nicht so viele so große Gemälde, glaube ich — zumindest hängen sie dort nicht alle in einem Raum direkt nebeneinander. Und nicht nur die Größe, auch die Kunstfertigkeit der Maler ist wirklich beachtlich, auch, wenn ich, da kein Kunstkenner, mir kein wahres Urteil erlauben kann.

Alles in Allem ist Versailles wirklich einen Besuch wert! Ich würde sehr gerne auch noch die Gärten besuchen, vielleicht schaffe ich das ja diesen Sommer endlich mal. Ich werde auf jeden Fall wieder Fotos machen und darüber bloggen 🙂 Und nun: genießt die fast 200 Fotos, die ich in Versailles geschossen habe.
Bitte beachtet: die Fotogalerie unten hat eine zweite Seite, und wenn ihr ein Bild auswählt und in der größeren Ansicht „view on Flickr“ anlickt, werdet ihr zu Flickr weitergeleitet, wo die Betrachtung etwas einfacher ist, da die Miniaturen nicht so winzig sind.

Powered by Flickr Gallery
This entry was posted in Leben in Paris, Unterwegs and tagged , , , , . Bookmark the permalink.

Kommentar verfassen