Wetter, Vorlesung und Protokoll

Meine Güte. Erst hat es tagsüber ca. 35 °C, die Klimaanlage in der Klinik spinnt, der 4 °C-Kühlraum versagt, und jetzt sitze ich hier in meiner Kellerwohnung und friere. Ok, ich habe mich kaum bewegt, aber dennoch scheint mir der Wechsel von „Hilfe, ich zerfließe bald“ zu „Oh, jetzt hätt ich gern ’nen Pullover“ recht abrupt.

Ich habe bis jetzt eine Versuchsanleitung (ich sage immer Protokoll, dann versteht’s aber keiner) für unser Zellkulturpraktikum nächste Woche erstellt. Irgendwie kam erst heute raus, dass das an mir hängen bleibt – und morgen muss es abgegeben sein. Also ran an den Speck – ich bin wirklich gespannt, ob mein Schrieb nun zu kurz, zu ausführlich, zu geringes Niveau oder passend ist.

Vorher hab ich noch versucht, Fragen für unsere Klausur nächste Woche zu beantworten. Wir Doktoranden haben ja die Ehre, an der Vorlesung „Sensory Systems“ der Augen- und Ohrenklinik teilnehmen zu dürfen. Wir dürfen auch die Klausur mitschreiben und somit noch einen weiteren Schein erwerben. Hierfür werden zuvor Fragen von den Dozenten ausgeteilt, aus dieser Auswahl werden dann einige wenige für die Klausur verwendet. So weit, so gut. Heute war „Tutorial / time for questions“. Wir, in der Erwartung, es laufe wie letztes Semester, als sich außer einem Helden absolut kein Dozent für diese Veranstaltung interessiert hat und wir zusammen die Lösungen erarbeitet haben, waren verblüfft, zu hören, dass das ja so nicht ginge. Dafür sei die Veranstaltung nicht gedacht! Hier würden Fragen besprochen, die wir noch hätten, aber nicht die, die für die Klausur relevant sein könnten. Wir, dadurch etwas verblüfft und dementsprechend unvorbereitet, durften uns dann sagen lassen, dass „die armen Schwarzen in Afrika, die ein Stipendium in Harvard angeboten bekommen“, nicht so dasäßen wie wir jetzt, die würden sich anstrengen und wir sollten das auch tun. Ich will das jetzt gar nicht so sehr werten, ich bin einfach nur verblüfft, was man so erzählt bekommt … mal gucken, wie diese Klausur läuft. Wir beraten uns jetzt eben per Email. Es lebe das digitale Zeitalter.

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