Müllabfuhr

Die Pariser Müllabfuhr ist für mich ein wahres Phänomen. Ich habe das Gefühl, sie fährt täglich (oder alle zwei Tage) durch die Straßen, und zwar jederzeit zwischen 6 und 21 Uhr. Es kann einem durchaus passieren, dass man sonntagmorgens um sieben aufwacht, weil draußen vor dem Fenster die Glasmülleimer geleert werden. Und obwohl ich hier jetzt über ein Jahr wohne, habe ich noch keine Regelmäßigkeit der Müllabfuhrpläne feststellen können. Die muss es aber geben, immerhin stehen die Mülleimer nicht jeden Tag draußen.

Mich fasziniert die Müllabfuhr. Sie ist eins der äußeren Anzeichen dafür, wie überfüllt diese Stadt sein muss. Bei meinen Eltern, die zugegebenermaßen in einer kleinen Ortschaft wohnen und nicht in einer Stadt, werden die Mülleimer alle zwei Wochen geleert. Große Mehrfamilienhäuser haben große, fahrbahre Tonnen — sowas gibt es hier aber nicht. In dieser Stadt wohnen so viele Leute, dass schlicht kein Platz ist, große Tonnen irgendwo unterzubringen. Jedes Haus, zum Beispiel das, in dem ich mit zehn weiteren Parteien wohne, hat nur eine ganz normale Mülltonne, so, wie meine Eltern eine haben. Dadurch ist die natürlich dauernd voll, so dass die Müllabfuhr quasi rund um die Uhr unterwegs ist. Verrückte Stadt.

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