Mit dem Fahrrad schneller durch Paris

Gestern fuhr ich, wie üblich, mit dem Vélib ins Institut. Ich nahm mir also ein bereitstehendes Fahrrad und trat in die Pedale. Gleich an der ersten Ampel meinte der Fahrer eines schicken Sportwagens, drängeln und sich zwischen mir und den geparkten Autos durchschieben zu  müssen — mit aufheulendem Motor, versteht sich. „Da sind noch 30 m bis zur roten Ampel? Die muss ich mit Vollgas zurücklegen!“, ein Fahrer dieser Sorte war das. Ich bin kopfschüttelnd zwischen ihm, der an der Ampel stand, und den parkenden Autos durchgefahren, habe die Fahrradampel genommen und bin über den Fahrradweg weiter. Nach der Bahnunterführung überholt er mich plötzlich wieder — wieder mit Vollgas, wieder mit aggressivem Fahrstil. Er hielt an der roten Ampel. Ich fuhr vorbei, bis vor an die Ampel — als es grün wurde, musste er hinter den abbiegenden Fahrzeugen warten, während ich schon fast eine Straße weiter war.

Dieses Überholspiel dauerte den kompletten Weg bis zum Institut — erst an meiner Ziel-Vélib-Station überholte er mich dann auf eine Art und Weise, die vermutlich endgültig gewesen wäre, wäre ich noch weitergefahren. Beim Abstellen des Rads wurde mir klar: so läuft das oft in Paris und vermutlich in jedem anderen Stadtverkehr der Welt: mit dem Fahrrad ist man oft genauso schnell oder schneller als mit dem Auto. Für mich ist das toll. Den Sportwagenfahrer muss das ziemlich ärgern …

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