Einkaufen in einer Großstadt

Als ich anfing, in Paris Dinge einzukaufen, fiel mir auf, wie viel anders das ist verglichen mit z.B. Tübingen, Heidelberg, Konstanz oder Erlangen. In diesen Städten denkt man sich: „Ich könnte es im Internet bestellen, aber da kostet es Versand. Ich kauf’s lieber in der Stadt!“. Mit der Mentalität bin ich auch hierher gekommen: „Wow, Großstadt, nein, Weltstadt, da gibt’s sicher nichts, das es nicht gibt!“. Das mag ja alles sein — aber finde das mal …

Der Vorteil von Städten wie Tübingen, Konstanz und Erlangen ist, dass sie einfach übersichtlich sind. Man weiß, wo man was kaufen kann und wenn nicht, muss man maximal zwei Leute fragen, um die gewünschte Information zu bekommen. Man fährt kurz mit dem Rad hin, läuft oder nimmt den Bus oder, falls das Ding größer ist, das Auto.

Hier in Paris ist das anders. Kein Mensch weiß, wo man was kriegen könnte, das einzige, was alle wissen, ist, dass es im BHV (Bazar de l’Hôtel de Ville, eins der größten Kaufhäuser hier, aber auch dementsprechend teuer) fast alles gibt. Wenn man da jetzt hin möchte, muss man entweder eine Stunde laufen (ich hab’s ausprobiert), vom Rückweg ganz zu schweigen, oder sich Metrotickets kaufen (denn die Monatskarten sind fast unbezahlbar — kein Wunder, bei der Fläche, die die abdecken). Wenn man dann dort ist, stellt man fast immer fest, dass es im Internet mit Versand weniger kostet und man sich einen Haufen Zeit sparen kann, indem man es einfach bequem zuhause macht. Toll.

Oder Lebensmittel … ich habe das immer gern so gemacht: einmal alle zwei Wochen mit dem Auto kurz zum Supermarkt, alles kaufen, was ich für meinen privaten Hamstervorrat gerne hätte, und gut. Das geht hier nicht. Immerhin muss man alles tragen. Dementsprechend muss man alle ein bis zwei Tage einkaufen gehen — das nervt! Viele Läden bieten daher Lieferservices an, z.B. der Carrefour hier bei mir ums Eck: für 9 Euro bist du dabei und kannst dir alles heim liefern lassen (vorausgesetzt, es sind nicht mehr als jeweils sechs Dinge einer Sorte dabei, also nicht mehr als ein Sechserpack Wasser z.B.). Wenn du eine Carrefour-Kundenkarte hast, sogar nur 5 Euro. Das machen tatsächlich ziemlich viele, denn selbst wenn man hier ein Auto hat — die meisten Geschäfte haben keine Parkplätze …

Ich stelle erneut fest: ich mag kleine Städte lieber als große 🙂 Und ich bin froh, dass ich mit meiner französischen Visakarte auch im Internet einkaufen kann. Bis ich hier ’nen Wollladen gefunden habe, habe ich bei leslaines.com schon mindestens zweimal bestellt und alles verstrickt 😉

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One Response to Einkaufen in einer Großstadt

  1. Steffi Kuhn says:

    Oh ja, Du sprichst mir aus der Seele. Hier in Sheffield lassen sich auch viele Leute die Lebensmittel nach Hause liefern… obwohl es Parkplaetze gibt.
    Und mir sind Kleinstaedte auch lieber, da ist das Leben unkomplizierter. Und was die Dinge betrifft, die es in Kleinstaedten nicht gibt, so kann man heutzutage ja wirklich die meisten Sachen auch im Internet bestellen.

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