Pasteurdon, die Spendenaktion des Institut Pasteur

Heute und morgen findet hier in Paris das sogenannte „Pasteurdon“ statt, übersetzen lässt sich das scheinbar mit „Pasteurspende“ — im Französischen ist es aber, wie mir erklärt wurde, ein Wortspiel, denn „don“ bedeutet sowohl „Spende“ als auch „Begabung“. In Werbespots, mit Plakaten und Flyern werden die Franzosen aufgefordert, dem Institut Pasteur Spenden zukommen zu lassen, um die Forschung gegen bekannte Krankheiten wie AIDS etc. weiter bestreiten zu können. Hierfür kann man einfach per Anruf spenden (was hoffentlich das Ergebnis erhöht) oder per Überweisung oder (sehr französisch, in meinen Augen) per Scheck. Um den Leuten zu erklären, was im Institut eigentlich passiert, sind diverse Labors heute und morgen geöffnet und Forscher erklären, was sie tun. Ich war natürlich auch mal dort, heute Vormittag, und hab mir das angesehen. Als Pasteurien hat man da ganz wunderbare Vorteile: Im Gegensatz zu allen anderen, die immer warten müssen, bis eine Gruppe von ausreichend vielen Interessierten zusammengekommen ist, weil sie nur in Begleitung zu den diversen Labors dürfen, kann ich mich völlig frei bewegen und habe daher viele Forscher „zwischen den Gruppen“ angetroffen und eine Privaterklärung bekommen, von Wissenschaftler zu Wissenschaftler und oft auf Englisch. Das führte zu einigen wirklich lustigen Unterhaltungen („Ja, das hier, das kennen Sie sicherlich … natürlich benutzen wir diese inzwischen überholte Technik seit ein paar Jahren nicht mehr, aber für Demonstrationszwecke ist sie sehr schön, gut zu erklären — das erzähle ich natürlich nur Ihnen, wir sind ja unter uns! Stellen Sie sich also vor, dies sei keine zehn Jahre alte, sondern brandneue Technik, …“). Sehr interessante Dinge werden da erforscht, kann ich euch sagen … ich fand es sehr interessant. Ich habe mir nicht alles angesehen, gehe aber vielleicht morgen nochmal hin, mal sehen.

Ich finde jedenfalls die Idee dieser Spendenaktion sehr gut. Es gibt auch, falls es euch interessiert, eine eigene Homepage dafür, dort gibt’s den Werbespot, den sie extra dafür gemacht haben (rechts) und einen Zähler, wie viel Geld bereits zusammengekommen ist (links oben). Heute morgen waren es irgendwas über 400000 €, jetzt sind’s schon über 600000 € — drückt die Daumen, dass es noch mehr wird, die Forschung hier ist wahrhaftig exzellent und das Geld wird genau dafür eingesetzt (die hervorragende Kantine wird bestimmt aus anderen Geldquellen finanziert …)!

Werbeplakat für Pasteurdon

Ein riesiges Werbeplakat für Pasteurdon am Zaun des Institut Pasteur

Eingang zum Institut Pasteur mit Metchnikoff-Gebäude

Der bewachte Eingang zum Gelände des Institut Pasteur -- im Hintergrund das Metchnikoff-Gebäude, in dem ich arbeite!

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